Abdel Joseph Fernandez

AJ Fernandez Zigarren

AJ Fernandez S.A. steht an diesem Tag auf dem Programm: Dieses ist straff und spontan – die Gruppe Berliner Händler darf heute mehrere Plantagen in unterschiedlichen Erntezuständen und Tabaksorten besichtigen, Trockenschuppen mit ganz speziellen Methoden (höhere Feuchtigkeit und Zedernholzräucherung) kennenlernen, Setzlinge analysieren, die Manufaktur begutachten und sogar Einblick in eine große Kistenfabrikation erhalten.

Bereits am Rande der ersten Plantage erklärt und Abdel Joseph Fernandez sein Motto: Er möchte keine kräftigen Zigarren herstellen. Sein Ziel ist es, dem Aficionado eine breite Aromenvielfalt zur Verfügung zu stellen. Vielschichtigkeit nennt man das im Fachjargon.

AJ Fernandez vor leerem Tabakfeld
AJ Fernandez vor leerem Tabakfeld

Wir sehen, wie eine Plantage „abgeholzt“ wird. Stängel werden eingesammelt, gehächselt und später wieder als Dünger verwendet. Danach geht es zu den gigantischen Trockenschuppen, die hier Dimensionen erreichen, von denen die Tabakbauern in Pinár del Río auf Kuba nur träumen können.

Zigarrenhändler aus Berlin zu Besuch bei Abdel Joseph Fernandez

Wir Zigarrenhändler aus Berlin lernen viel für die Trocknungsmethoden der frisch geernteten Tabakblätter. Der Trocknungsprozess weist hier nämlich mehrere Besonderheiten auf:

1. Der gigantische Trockenschuppen ist vorne mit ganz frischen, grünen Blättern bis an die Decke gefüllt. Die grünen Blätter wandern stetig weiter nach hinten und verlassen schließlich den Schuppen am anderen Ende in getrockneter Form.

2. In der Mitte des Schuppens werden Zedernholzfeuer abgebrannt.

3. Man hält die Feuchtigkeit hier höher als bei anderen Schuppen.

Trockenschuppen AJ Fernandez Zigarren
Trockenschuppen AJ Fernandez Zigarren

Abdel Fernandez erklärt den Berlinern, wie er Deckblätter noch seidiger und öliger kriegt: Man streut als Dünger Maní-Samen aus, eine Nussart, die unter anderem in Nicaragua vorkommt.

Danach geht es weiter in die großen Fermentationshallen für AJ Fernandez Zigarren. Es riecht hier so stark nach Ammoniak, dass man kaum einatmen kann. Trotz des beißenden Geruchs, arbeiten in diesen Hallen einige Mitarbeiter den ganzen Tag über. Nur ganz vereinzelt tragen die Arbeiter einen Atemschutz.

Fermentation bei hoher Luftfeuchte bei AJ Fernandez
Fermentation bei hoher Luftfeuchte bei AJ Fernandez

Längere Fermentation bei hoher Luftfeuchte als Besonderheit bei AJ Fernandez

Wie wir gleich feststellen, unterscheidet sich der Fermentationsprozess ebenfalls von dem anderer Hersteller:

1. Man fermentiert bei sehr hoher Luftfeuchte im Raum und muss so nicht einzelne Blätter immer wieder besprühen.

2. Man entrippt nicht sofort. Die Hauptvene enthält nämlich viele Aromen, die laut AJ Fernandez noch während des Fermentationsprozesses Aroma an das dünne Blatt abgeben.

3. Man fermentiert im ersten Schritt extrem lange (15 – 18 Monate). Die Dauer von der ersten Fermentation bis hin zum Lagerende dauert 3 – 5 Jahre und für Spezialitäten teilweise noch länger, bis die Tabake schließlich zur Zigarre verarbeitet werden.

4. Man lässt Seco, Viso und Ligero einer Tabaksorte und Plantage auf einem Ballen gemeinsam durchfermentieren.

5. Man sortiert nicht nur nach Tabaksorte und Seco, Viso und Ligero, sondern auch nach Plantage, da sich die Böden unterscheiden und jeder Boden andere Aromen an die Pflanzen abgeben. Uns erinnert das an den Weinanbau – das aus Frankreich stammende Terroir-Prinzip…

Lesen Sie hier online mehr zu unserem Besuch bei Plasencia Zigarren in Nicaragua. Erstaunlich wie innovativ das mittelamerikanische Unternehmen arbeitet!

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